Sehr lebhafter Sommer in Oparno

Viele unsere Frühlingspläne haben nicht funktioniert. Es geschah etwas Neues und Unvorhersehbares, es entstand eine Situation, die die gesamte Gesellschaft betraf, den Verstand aller beschäftigte und alle Berufe betraf. Es brachte jedem etwas anderes, und obwohl das Leben völlig aus den Gleisen geraten ist, brachte uns diese Erfahrung dennoch auch positive Erlebnisse.
Wir haben neue Erfahrungen und Fähigkeiten in Beruf und Privatleben gesammelt und Erfindergeist in uns entdeckt, mit dem wir uns dem gestellt haben, was jeder Tag mitbrachte.

Während der Sommerferien schienen über Oparno sowohl die Glückssterne als auch die Sonne und wir konnten 3 Tests in voller Länge durchführen. Nicht nur das Wetter, sondern auch viel Glück war uns geneigt. Die Programme wurden von vielen Kindern und Familien besucht, ohne dass ihre Gesundheit beeinträchtigt wurde. In der Praxis haben sich die positiven Aspekte von Außenraum-Programmen nicht nur durch ihre Anschaulichkeit und ein starkes Erleben der authentischen Umgebung, sondern auch durch größere Vorteile für Sicherheit und Gesundheit besonderes in der gegenwärtigen Situation gezeigt.
Nach den Tests im letzten Jahr standen uns modifizierte Programmmethoden, neue Hilfsmittel und aktualisierte Originaldruckmaterialien zur Verfügung, die von Petra Sedláčková fantasievoll erstellt wurden.

Müller und Bäcker
23.- 25. 7.2020, modul 3
Wie es einmal genau und flott in der Mühle geklickt hat, hat eine Tomik – Gruppe Poutníci (Pilgern) während des Programms „In der Mühle und auf dem Bauernhof“ erlebt.
Für sie gehören die Begriffe náduvníček (Akumulationswasserreservoir mit Schleuse), vandroky (Mühlgerinne) und krajánek (Landsmann) nicht mehr nur zu Märchen oder Büchern, verstaubt durch vergangene Zeitalter, sondern sie haben jetzt für sie einen konkreten Platz und ihre klare Bedeutung. Ebenso sind die anderen Bewohner der Mühle den Teilnehmern nicht mehr unbekannt, ebenso wie die Werkzeuge und Verfahren, die für den Anbau und die Verarbeitung des für unsere Vorfahren so geschätzten Getreides für das Brot. Die Tatsache, dass das Abendessen nicht in einer fliegenden Untertasse aus einer anderen Galaxie auf ihren Tisch kommt, war lustig, aber die Tatsache, dass er um die ganze Erde reisen konnte, führte zu tieferen Gedanken. Wie ein Märchen klang die Erzählung darüber, wie unsere Vorfahren gegessen haben, welche Vorteile es hatte und wie viel Anstrengung es kostete. Um die Geschichte realer zu machen, staubten sich die jungen Bäcker mit ihrem eigen gemahlenen Mehl zu, während sie den Teig machten, den sie dann goldbraun backten.

Im Schatten des Waldes
27.- 29. 7.2020, modul 1
Im heißen Sommer konnte uns der Wald mit seinem ruhigen Schatten Erleichterung verschaffen, und wenn wir unsere müde gewordene Füße in das kühle Wasser des Baches tauchen konnten, fühlten wir uns wieder frisch. Beides findet man sich im Oparno -Tal.
Der Wald besteht nicht nur aus Bäumen, sondern er bildet Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Für Kinder des Kladno Forest Club Broučci (Käferchen) war die Waldumgebung nicht völlig unbekannt. In den wenigen Tagen lernten die Kinder viele Waldbewohner kennen, die sowohl in den Wipfeln als auch im Waldboden, mit ihren Bedürfnissen und ihren Beiträgen leben. Sie haben festgestellt, dass einige Lebewesen und Pflanzen für ihre Wirte nützlich sind und schädlich.
Beim Kennenlernen wurden sie vom fröhlichen Wicht Rarášek begleitet, der ihnen am Ende einen abenteuerlichen Weg des Wissens vorbereitete.

Die einzigartige Landschaft des Böhmischen Mittelgebirges
17.- 19.8. 2020, modul 2
Mehrere Familien aus Böhmen und Mähren kamen für einen Urlaub in die Mühle von Oparno und wir hatten Gelegenheit, ihre Freizeit mit einem Programm zu bereichern, in dem sie die lokale Landschaft, ihre geologische und kulturelle Geschichte kennenlernten.
Wir gingen von den Anfängen des Mittelgebirges im Tertiär aus, als die vulkanische Aktivität und die anschließende Erosion die typischen Hügel formten, von den ersten Anzeichen menschlicher Präsenz in diesem Gebiet bereits im Mittelpaläolithikum bis zu dichteren Siedlungen im 10.-15. Jahrhundert, der sogenannten Kolonialisierung, über die Zeit des Krieges und Friedens zu der Geschichte des 20. Jahrhunderts, das am meisten die Form der Landschaft geprägt hat.

Wie kann man am besten die Landschaft kennenlernen? Aus der Nähe, den Weg kreuz und quer, rauf und runter durchgehen. Im Durchflug vom tiefsten Punkt des Oparno -Tals zum nächsten Gipfel Lovoš und zurück. Auf dem Weg im Wald turnen und versuchen unseren am meisten ausgelasteten Sinn – das Sehvermögen – auszuschalten und die Umgebung mit anderen Sinnen erfahren. Nach Hause zurückkehren und Kolonisator oder Gründer der Dörfer spielen.

Herbst
Mit fallenden Blättern und fallender Temperatur kühlt auch unsere Begeisterung aus dem erfolgreichen Sommer ab. Wir müssen geplante Tests mit Gruppen absagen und das Reisen über die Grenze wird zunächst kompliziert, später ganz unmöglich.
Die Programme, die wir zumindest in einer Kurzform durchgeführt haben, fanden jedoch in einer sehr angenehmen familiären Atmosphäre Ende September statt.

Wasser erforderlich für das Leben und die Seelenfreude
19-20.9.2020, modul 5 + 6
Sonniges Wochenende in der Mühle von Oparno, tagsüber konnten wir noch draußen arbeiten, abends setzten wir uns gerne an den Ofen. Die Lektorinnen Birgit und Bettina kamen aus Dresden und bereiteten ein Programm für Familien mit Kindern vor und das sowohl für Entdecker als auch für geschickte Hände.
Mit Birgit wurden Gesichtsmasken gemacht. Es begann sich mit dem Modellieren einer Form aus keramischem Ton. Dann trug jeder eine Schicht Papiermasche auf diese Form auf und ließ sie über die Nacht trocknen. Am nächsten Tag wurde die Basis der Maske von der Form entfernt und nach dem Glätten bemalt. Zuerst weiß grundiert und dann nach Wünsch und Entwurf mit Farbe übermalt.

Wer mit Bettina arbeitete, musste Gummistiefel anziehen und durch den Bach waten. Der Bach hat sein Bachbett, Boden und Ufern. Jeder, der aufmerksam ist, erkennt viele Pflanzen, Bäume, denen die Feuchtigkeit behagt. Manchmal huschte ein kleiner Fisch im Wasser, aber die Erforschung konzentrierte sich auf die kleinsten Bewohner der Wasserwelt. Die Entdecker fischten mit Netzen und nach einem Schlüssel bestimmten sie dann die Namen von Krebstieren, Weichtieren und Insekten. Die seltenste Entdeckung war ein Bachflohkrebs, dessen Anwesenheit die Reinheit des Wassers bewieß.

Die letzte Gelegenheit die Erfahrungen in diesem Jahr weiterzugeben und eines der Programme des Ad Fontes-Projekts aus erster Hand zu erleben, war das Treffen einer deutschen Schule und tschechischer Lektoren, das im Oktober in Dresden stattfand (12. – 14. 10. 2020, modul 5).


Auf der Tagesordnung stand wieder das Wasser. Die Schüler lernten viel über das Vorkommen des Wassers auf der Erde, seines Verbrauchs, seines Verschmutzung und über die Methoden des Wasserschutzes. Praktisch versuchten sie das Einsickern des Wassers auf verschiedenen Oberflächen und das Reinigen des Wassers. Wasser ist der Hauptbestandteil des menschlichen Körpers, wir sollten es schützen. Zum Schluss stießen wir noch mit einem Glas puren Wassers auf die Gesundheit an.

Kateřina Pilátová