Es kommt Wenzelslaus, bereite den Ofen

Diese und andere Bauernregeln konnten die Kinder während dem Programm in der Oparno Mühle hören, wo Jahreszeiten und Sitten unserer Urgroßmütter im Mittelpunkt standen.

Obwohl jeder von uns unsere Zeit auf verschiedene Weise verbringt, manche Tätigkeiten sind unter den Leuten gemeinsam, manche sind gleich beliebt oder unbeliebt, es ist gleich sowohl in Tschechien als auch in Deutschland, und gleich war es auch früher. Einen großen Unterschied sehen wir darin, dass wir uns heute fälschlich von der Natur weniger abhängig fühlen, im Geschäft ist nur eine sehr kleine Abteilung mit Saisonartikel und den Thermostat kann man ganzjährig auf 22 C einstellen. Den Regen vernehmen wir als eine unangenehme Störung eines Ausfluges und den Frost als eine Gefahr auf den Straßen. Wie würde dieses Leben unsere Großmutter sehen? Sogar Herzogin lebte im keinen solchen Luxus. Jede Jahreszeit brachte Wetter, Arbeiten und Sorgen, aber auch Festtage mit sich, die für die Zeit typisch waren.

Warum wir bei dem Wenzelslaus den Ofen vorbereiten sollen? Alle Tätigkeiten bei der Wirtschaft, rund um Haus, auf dem Feld und bei den Tieren, in dem Obstgarten und auch in dem Wald, alle Bitten und Danken hatten ihre bestimmte Zeit. Mithilfe der Bauernregeln verankerten Leute ihren alljährlichen Leier, es war ihr Kalender, obwohl sie nicht lesen konnten. Und weil sich Leute im unmittelbaren Kontakt mit Natur bewusst waren, dass ihr Überleben von der Zuneigung der Natur abhing, hielten sie sich alljährlich an dieses Kalender. Diese Landschaft wurde von vielen Gottheiten geschützt. Wegen den letzten wurde die Kirche besucht und deren Festtage wurden dort gefeiert. So kriegte jeder Heilige sein Platz auch in dem Volkskalender, wo er mithilfe von Bildern und Reimen an die bestimmte Tätigkeiten erinnerte.

In dem Programm standen im Mittelpunkt allgemeine Tätigkeiten in der Wirtschaft, die für die Europa vor 100 – 150 Jahren universal waren. Nach einer allgemeinen Einleitung besprachen wir den Herbst, in dem Leute Vorbereitungen auf einen langen Winter beendeten. Wenzelslaus wies auf Zeichen über dem repariertem Ofen und dem Haufen gespaltetes Holz hin, heilige Edita stoppelt fleißig das Feld, aber heilige Michael eilte schon von dem Feld. In der Mühle wurde fleißig gemahlen und in der Küche an dem Ofen wurden Äpfel zum dürren vorbereitet.

Wenn sie Obst dürren wollen, sie brauchen 1 Obstdarre, darin 200 Kg Obst, scharfe Messer, viele Hände und einen großen Haufen Holz.

Wenn wir dauerhaft in der Mühle wohnten, würden wir die 200 Kg im Herbst mehrmals verarbeiten, aber weil wir da nur für eine Weile waren, reichte uns 30 Kg Äpfel und 5 Kg Birnen, die wir schnitten, auf die Horden legten und genug Holz zusammentrugen, um das Obst zu trocknen.

In der Obstdarre wird geheizt und Kinder erkunden die Tradition der Obstanbau im Böhmischen Mittelgebirge. Zuerst mit, Augen zu, erkennen sie getrocknetes regionales Obst – Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Rosinen, sie verkosteten oder berochen auch Obst, das hier früher angepflanzt wurde – Mandeln, Mispel, Quitte, Speierling, Maulbeere. Sie erfuhren, dass aus dem Böhmischen Mittelgebirge das Obst frisch oder getrocknet in die nahgelegenen Städte, Kurstädte, und auch in entfernte Städte in Deutschland geliefert wurde. Kein Wunder, dass die Baumgärten einen wesentlichen Teil der bewirtschafteten Fläche einnahmen und eine Obstdarre in jedem Dorf war.

In den Äpfeln und Birnen ist viel Wasser, je nach Dicke dauert deren Trocknen 2-3 Tage. Das es fertig ist, erkennt man danach, dass das Stück von Dürrobst beim Brechen knuspert. Wir haben schon fertig, in geschmückte Textilsäckchen verteilen Kinder 3 Kg von Dürrobst. Aber es kommt auf alle, vielleicht auch auf Eltern zum Verkosten, falls die Näscherei nicht schon auf dem Weg verschwindet.

Kateřina Pilátová